Geschichte der Transformateure

Die Geschichte der Transformateure

Die Gründung der Transformateure fand am 1. Juli 2011 im Münchner Zukunftssalon statt. Es waren zwölf Gründungsmitglieder die sich zusammen fanden:
Gerhard Berz, Josef Göppel MdB, Martin Held, Dieter Janecek (zwischenzeitlich MdB), Mattias Kiefer, Silvia Liebrich, Richard Mergner, Klaus Mertens, Manfred Neun, Jörg Schindler, Irmi Seidl und Hubert Weiger.

Der Name ist Programm: Transformateure – Akteure der großen Transformation.

Der Weg zur Gründung der Transformateure hat eine lange Vorgeschichte. Diese beginnt am Ende der 1960er Jahre mit den persönlichen Geschichten der Gründungsmitglieder. Sie endet mit dem Beginn der Gründungsphase der Transformateure im November 2010. Am 1. Juli 2011 wurden die Transformateure gegründet.

Die Transformateure entwickelten sich in drei Phasen:

  • In der ersten Phase vom Sommer bis Anfang 2014 entwickelten wir ein Verständnis der großen Transformation von der fossil geprägten Nichtnachhaltigkeit in Richtung einer postfossilen, nachhaltigeren Entwicklung.
  • In der zweiten Phase vertieften wir von 2014 bis 2017 die sozial-ökologische Transformation, den engen Zusammenhang der sozialen und der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeitstransformation.
  • Seit 2018 mehren sich die Anzeichen für Umbrüche. Die Transformateure sind Teil der Aktivitäten für einen ernsthaften Aufbruch in Richtung einer aktiven Förderung der Nachhaltigkeitstransformation.

Vorgeschichte

Die Gründung der Transformateure hat eine lange Vorgeschichte. Sie beginnt ab Ende der 1960er Jahre und sie dauerte bis zum Beginn der Gründungsphase der Transformateure.
Jedes Gründungsmitglied hat seine persönliche Vorgeschichte zur großen Transformation. Diese Vorgeschichte wird hier bis zum Beginn der Gründungsphase im November 2010 erzählt.

Vor-geschichte

Jörg Schindler arbeitete ab 1969 als Ökonom zuerst für kurze Zeit als Assistent am geographischen Institut der TU München in einem interdisziplinären Team zur Stadtforschung, das leider vorzeitig aufgelöst wurde. Ab den 1970 er Jahren war er als Systemanalytiker tätig bei der Entwicklung von neuen Nahverkehrssystemen, zuerst bei MBB und dann bei Krauss-Maffei. Es war der Versuch, mit neuen Technologien wie Kleinkabinenbahnen, Großkabinenbahnen mit Magnetschwebetechnik und später mit automatischen Großkabinen mit eher konventioneller Technik die Verkehrsprobleme in Städten zu lösen. Nachdem diese Projekte bei Krauss-Maffei eingestellt wurden, arbeitete er seit Ende der 1970er Jahre in der Projektbegleitung Nahverkehr für das Forschungsministerium im Programm Nahverkehrsforschung. Im Lauf der Zeit wurde er zunehmend skeptisch gegenüber einem rein technologiegetriebenen Lösungsansatz, der versucht, verkehrspolitische Probleme allein technisch statt politisch zu lösen.

Seit 1984 arbeitete er bei einem unabhängigen Thinktank in Ottobrunn (der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik – LBST). Zuerst als Berater für die Bundesbahn in einem Forschungsprojekt zum Kombinierten Verkehr. Anschließend arbeitete er zu erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt Photovoltaik und schließlich zu fossilen und nuklearen Ressourcen. Von 1992 bis 2008 als Geschäftsführer. In dieser Zeit war die LBST an strategischen Projekten zum Einsatz von Wasserstoff beteiligt, an Potenzialstudien für erneuerbare Energien, an Studien zu erneuerbaren Kraftstoffen und Antrieben für den Straßenverkehr, Life-Cycle Analysen sowie Studien zur Verfügbarkeit von fossilen und nuklearen Ressourcen. Auftraggeber waren unter anderem deutsche, amerikanische und japanische Automobilfirmen und Energieunternehmen, die europäische Kommission sowie NGOs wie Greenpeace und die Energy-Watch-Group.

In den 1990er Jahren wurde die Nichtnachhaltigkeit des fossil-nuklearen Energiesystems zum Ausgangspunkt seiner Arbeiten und seines Engagements für eine Energiewende und die Mobilitätswende. Ab den 1990er Jahren war er Mitglied im Beirat der Münchner Agenda 21. Seit 1995 ist er Vorstandsmitglied der Solarinitiative München-Land. Von 2000-2003 war er Mitglied der Enquête-Kommission des Bayerischen Landtags „Mit neuer Energie in das neue Jahrtausend“.

Anfang der 2000er Jahre war er Mitbegründer der Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO) Deutschland. Auch nach dem Ende seiner Tätigkeit bei der LBST befasst er sich seit 2009 weiterhin mit der Entwicklung des fossilen Trios – Kohle, Erdöl und Erdgas – und dem aktiven Phasing-Out der fossilen Energien. Zunehmend auch mit der Mobilitätswende im Bewusstsein, dass die Energiewende und die anstehende Mobilitätswende Bausteine sind der beginnenden großen Transformation von der fossilen Nichtnachhaltigkeit in Richtung einer postfossilen, nachhaltigeren Entwicklung. Dazu publizierte er seit Ende der 2000er Jahre.

Hubert Weiger hat sich seit den 1970er Jahren aktiv für den Atomausstieg und eine Energiewende in Richtung erneuerbarer Energien eingesetzt. Ebenso ab den 1970er Jahren engagierte er sich für eine naturnahe und resiliente Waldwirtschaft sowie für eine alternative Landwirtschaft, aus der sich die ökologische Landbaubewegung entwickelt hat.

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war er zusammen mit Martin Held eine treibende Kraft im Tutzinger Forum Ökologie. Das Forum machte bereits 1987 die ökologischen Folgen des Flugverkehrs zum Thema. Daran sieht man, was aus kleinen Anfängen heraus Wirkung zeigen kann.

Nach dem Fall der Mauer hat er in den 1990er Jahren sehr frühzeitig die Chance ergriffen, aus einer Todeszone ein Überlebensband zu machen und das Grüne Band zu initiieren. Zusätzlich zum Naturschutz bekam dies zwischenzeitlich auch eine kulturelle Bedeutung für die deutsche Geschichte.

Aus der Vielzahl seiner Aktivitäten und Initiativen sei noch seine in den 1990er Jahren beginnende Zusammenarbeit mit einer japanischen Naturschutzgruppe hervorgehoben. Nach der Dreifachkatastrophe von Fukushima erwiesen sich die persönlichen Verbindungen von zentraler Bedeutung für den endgültigen deutschen Atomausstieg. Hubert Weiger hatte persönlich mehrere Gespräche mit dem früheren Ministerpräsidenten Naoto Kan, der in der Zeit der Reaktorkatastrophe japanischer Ministerpräsident war. Kan, von Beruf Atomphysiker, berichtete ihm über die totale Hilflosigkeit der Betreiber der Kernkraftwerke und der politischen Verantwortlichen in der sich entwickelnden Katastrophe.

Josef Göppel war seit 1970 Förster. Bereits 1970 trat er gleichzeitig in den Bund Naturschutz in Bayern und in die CSU ein um dem 1970 neugeschaffenen Bayerischen Umweltministerium einen Schub zu geben. Ab 1974 war er im Bezirkstag von Mittelfranken und machte sich dort von Anfang an für „Flurbereicherung statt Flurbereinigung“ stark. Da das Agrarzentrum Nordbayern Triesdorf in seiner Heimatregion angesiedelt war, konnte er dort gegen heftige Widerstände entsprechende Versuche durchsetzen.

1986 war er der Gründer des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken. Die Idee war aus heftigen Konflikten zwischen Landwirtschaft und Naturschutz entstanden. Die Drittelparität aus Vertretern der Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutz hat sich seither bewährt. Goppel gründete 1993 den Deutschen Verband für Landschaftspflege und zwar als Folge der deutschen Einigung und der viel größeren Flächen in den ostdeutschen Bundesländern für Naturschutz.

Im Jahr 1987 gründete er die Mittelfränkische Gesellschaft zur Förderung der solaren Wasserstoffwirtschaft. Diese Gründung war erfolgreich, da in Triesdorf die Umsetzung praktisch ausprobiert werden konnte. In den 1990er Jahre entwickelte sich daraus in Triesdorf ein Weiterbildungsprogramm für Solateure, in dem Elektrohandwerker in Solartechnologien geschult werden. In den 1990er Jahren war er als Förster im Thema Waldsterben unterwegs, als damals Umwelt- und Transformationsfragen eine größere Bedeutung bekamen.

Ab 1991 war er der Vorsitzende des Umweltarbeitskreises der CSU. 1994 gründete er die Mittelfrankenstiftung für Natur, Kultur, Struktur. Es ging ihm dabei darum, das Verständnis für die Bedeutung der kulturellen Prägung von Landschaften und ihren kulturhistorischen Wert sowie für die Bedeutung gesunder Natur für eine artenreiche Landschaft zu fördern.

Nach seiner Zeit als Landtagsabgeordneter war er seit 2002 Mitglied im Deutschen Bundestag. Als einziger Unionsabgeordneter stimmte er 2004 dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz zu.

Gerhard Berz baute ab 1974 die Forschungsgruppe Geowissenschaften der Münchener Rückversicherungsgesellschaft auf und war bis 2004 ihr Leiter. Die erste große Klimakonferenz 1978 in Genf der Weltorganisation für Meteorologie überzeugte ihn, dass der menschengemachte Klimawandel ein ernst zu nehmendes Thema ist. Dazu kam die Erfahrung der großen Orkane und Sturmfluten in Europa und in Deutschland in den 1970er Jahren.

Überzeugt davon, dass die menschengemachte globale Erwärmung die Häufigkeit und Intensität von Wetterkatastrophen drastisch erhöht, hielt er in den 1980er Jahren zunehmend Vorträge zum Thema und wirkte er in verschiedenen internationalen Arbeitsgruppen in der Versicherungswirtschaft und der Meteorologie sowie der Katastrophenvorsorge mit. Außerdem hielt er über 40 Jahre lang an der LMU München Vorlesungen zum Thema „Naturkatastrophen und Auswirkungen des Klimawandels“ und veröffentlichte 2010 bei dtv ein Fachbuch zu diesem Themenbereich.

In der Umweltakademie, München ist er seit Ende der 1980er Jahre aktiv. Ebenso engagierte er sich seit Ende der 1980er Jahre bei der Nord-Süd-Organisation Germanwatch. Ab den 1990er Jahren war er Mitglied im Beirat der Münchner Agenda 21.

Er arbeitete als Wissenschaftler am zweiten Weltklimabericht des IPCC mit, der 1995 erschien. Ebenso fungierte er als koordinierender Autor beim dritten Sachstandsbericht des IPCC, der im Jahr 2001 erschien.

Manfred Neun prägen zwei Entwicklungsstränge, der unternehmerische und der wissenschaftliche. Dazu kamen seit jungen Jahren ehrenamtliches Engagement und das Interesse an nachhaltiger Entwicklung, und alles dies war aufs Vielfältigste miteinander verwoben.

Das Studium an der Universität Augsburg fiel in die Zeit des Club of Rome mit dem Meadows-Report zu den Grenzen des Wachstums. Ab Mitte der 1970er Jahre reüssierte er in einem Forschungsprojekt zur Trennwirkung von Stadtschnellstraßen und induziertem Verkehr („wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“). Ein Projekt zum Thema „Kinder-Entwicklung in Umwelt und Verkehr“ folgte. Dabei ging es um die Untersuchung, wie sich Kinder ihr eigenes Territorium in ihrer Umgebung aneignen und sich altersgemäß frei zu Fuß bewegen können.

Dazu kamen Lehraufträge an drei Universitäten u.a. zu Planung, Prognose und Beratung. Er konzipierte einen Fernlerngang „Gesundheitspädagogik (SKA)“ zur Salutogenese und unterrichtete dazu über ein Jahrzehnt. Dabei ging es ihm ausgehend von einem positiven Gesundheitsbegriff um die Gestaltung gesundheitsförderlicher Bedingungen und Lebensstile.

Aufgewachsen in einem Gartenbaubetrieb, machte er nach einer Banklehre unternehmerische Erfahrungen zu Risiko und Erfolg, Engagement und (Un-)Freiheiten mit einer ersten GmbH zu Studienzeiten, freiberufliche Erfahrungen nach dem Studium und im Familienunternehmen Epple in Memmingen.

Ab 1982 bei Epple, wurde er mit dem „Cross-City“1986 der Vater des Trekkingbikes. Als Geschäftsführer in den 1990er Jahren in die IHK-Voll- und Regionalversammlung gewählt, leitete er den Arbeitskreis „Stadtentwicklung und Verkehr“ und war Mitinitiator des Projekts „Stadtentwicklung Memmingen“.

Als Präsident der European Cyclists’ Federation (ECF) verhalf er ab 2005 der Cycling Advocacy zu weltweitem Ansehen. Entscheidend waren dabei Europäische Projekte sowie in zunehmendem Maß Europäische und globale Netzwerke (EuroVelo, Cities and Regions for Cyclists, Scientists for Cycling). Ebenso setzte er sich für präzise Begriffe, Paradigmen und Ansätze ein wie die Cycling Economy (Start zusammen mit Gro Harlem Brundtland bei Velo-city 2011 in Sevilla) und die Aktive Mobilität zusammen mit Martin Held, Jörg Schindler und anderen. Mit dem Konzept der Aktiven Mobilität wird das negativ-konnotierte, nicht-normale Monstrum Nicht-motorisierter-Verkehr überwunden.

Martin Held beschäftigte sich ab 1976 im Rahmen seiner Dissertation mit den Einflussgrößen der Verkehrsmittelwahl im Personenverkehr. Dabei spielten bei ihm Zufußgehen und Radfahren eine wichtige Rolle. Anfang der 1980er war er im Projekt Sozialverträglichkeit von Energiesystemen tätig.  Dort wurden Entwicklungspfade in Richtung Kernenergie und in Richtung Solarenergie auf ihre Technikfolgen untersucht. Martin Held führte die Frage der Lebensstile in die Auseinandersetzungen um die Entwicklung dieser Energiepfade ein.

Seit 1984 war er als Studienleiter der Evangelischen Akademie Tutzing für Wirtschaft tätig (seit 1997 für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung). In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre setzte er sich zusammen mit Unternehmen der chemischen Industrie, NGOs und Wissenschaftlern mit Stoffströmen auseinander. Dies führte 1992 zur Einsetzung einer Bundestags-Enquête-Kommission zu Stoffstrommanagement und nachhaltiger Entwicklung, in der er von 1992 bis 1994 Mitglied war.

1989 wurde ihm von Bernd Biervert in der beginnenden Transformationsphase in den Mittel-Osteuropäischen Ländern das Buch von Karl Polanyi The Great Transformation nahegebracht. In Veranstaltungen zu diesen Transformationsprozessen und zu den Naturvoraussetzungen des Wirtschaftens kam er mit Biervert zusammen 1993 zum Verständnis, dass die nächste anstehende große Transformation ihren Ausgangspunkt in den gesellschaftlichen Naturverhältnissen und der Nichtnachhaltigkeit hat.

1993 war er Mitinitiator des Tutzinger Projekts „Ökologie der Zeit“ und koordinierte das Projekt über viele Jahre. In den Jahren 1996 und 1997 koordinierte er die Erarbeitung des weltweit ersten Vorschlags für ein „Übereinkommen zum nachhaltigen Umgang mit Böden (Bodenkonvention)“. Seit Ende der 1990er Jahre befasste er sich intensiv mit der Nichtnachhaltigkeit des fossilen Trios,

u.a. als Gründungs- und Vorstandsmitglied der Association for the Study of Peak Oil (ASPO) Deutschland. Parallel ab Ende der 1990er Jahre setzte er sich mit der Nichtnachhaltigkeit der Metalle auseinander. Dabei wurde für ihn die Suche nach Pfaden wichtig, wie die Herausforderung eines nachhaltigeren Umgangs mit Metallen gesellschaftlich verankert werden kann.

Ab Mitte der 2000er Jahre arbeitete er zunehmend intensiver zur anstehenden Mobilitätswende. U.a. war er seit 2006 im Programmkommittee der Velocity Konferenzen. Im Jahr 2010 war er Mitinitiator des Netzwerks Scientists for Cycling der European Cyclists’ Federation.

In den vielen Jahren an der Evangelischen Akademie Tutzing lernte er viele Menschen kennen, die sich in unterschiedlichster Art für eine grundlegende Umorientierung unserer Lebensstile und vorherrschenden Wirtschaftsweisen einsetzen. Daraus wurde für ihn seit Ende der 1990er Jahre die Frage zu einer zunehmenden Herausforderung: Wie kann man verständlich machen, dass eine große Transformation zur Nachhaltigkeit ansteht? Nicht in ferner Zukunft, sondern jetzt beginnend.

 

Klaus Mertens engagiert sich seit den 1980er Jahren als Bezirks- und Landesschülersprecher NRW, sowie im AStA und dann in den Gewerkschaften. Dabei stand immer auch die Option einer authentischen, an Werten orientierten Lebensführung im Fokus politischen Handelns.

Anfang der 1990er Jahre begleitete er dann im Rahmen arbeitsorientierter Forschung und Beratung die Stahlkrise und den Strukturwandel in NRW. Dabei war auch hier die Frage der sozio-kulturellen Veränderungen zentral, denn das Land aus Stahl und Kohle, also einer durch Großbetriebe geprägten Struktur, transformierte sich hin zu einer kleinteiliger organisierten Wirtschaft, mit vielen Existenzgründungen in Kultur, Industrie und Handel.

Seit 2001 treibt die Frage des richtigen Lebens im Falschen das Handeln von Klaus Mertens. Zunächst als selbständiger Berater, dann als Mitarbeiter des Betriebsrats eines großen Automobilzulieferers arbeitet er für eine humanzentrierte Arbeitsgestaltung und die Transformation der fossil geprägten Automobilwirtschaft als Teil einer anstehenden sozial-ökologischen Transformation, die neue Narrative von Arbeit und Leben braucht! 

Richard Mergner hat sich bereits in den 1980er Jahren während des Studiums der Regionalplanung und Wirtschaftsgeographie ehrenamtlich für den ökologischen Landbau, für Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften, im Widerstand gegen die herkömmliche Flurbereinigung und die Milchkontingentierung, gegen das Waldsterben und für die bundesweit erste Einführung einer Biotonne in Bayreuth engagiert. Hinzu kam ehrenamtliches Engagement in der Friedensbewegung, der Eine-Welt-Arbeit und im Anti-Atom-Widerstand.

1990 wurde er Referent in der Landesfachgeschäftsstelle Nürnberg des „BUND Naturschutz in Bayern e.V.“ (BN), zuerst als Campaigner für das Volksbegehren „Das Bessere Müllkonzept“. Er war damit zentral verantwortlich für die Durchführung des ersten auf der Umweltseite professionell gemanagten Volksbegehrens.

Von 1998 bis 2002 leitete er das bayernweit zuständige Verkehrsreferat des Verbandes. Ein besonderes Anliegen waren ihm dabei die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken und eine zukunftsfähige Bahnpolitik.

Richard Mergner ist seit 1999 ehrenamtlicher verkehrspolitischer Sprecher des BUND und Leiter des bundesweiten Arbeitskreises Verkehr. In der „Allianz Pro Schiene“, dem deutschlandweiten Bündnis für sicheren und umweltfreundlichen Schienenverkehr vertritt er den BUND ebenfalls als stellvertretender Vorsitzender.

Ab 2002 war er Landesbeauftragter des BUND Naturschutz, Bayerns größtem und ältestem Natur- und Umweltschutzverband. Dabei ist es ihm ein besonderes Anliegen, den gesellschaftlichen Horizont des Verbandes zu erweitern auf

  • den zunehmenden Einfluss der nationalen wie internationalen Ökonomie, die unfairen Handelsbeziehungen und damit die Wirkung eines ungebändigten Wirtschaftswachstums auf unsere Lebensgrundlagen, Klima, Boden, Wasser und Luft,
  • den Verstoß gegen Menschenrechte durch Raubbau an Ressourcen und Lebensräumen in den Ländern des globalen Südens, die neben dem Klimawandel und der Korruption von Machteliten zentrale Fluchtursachen und Gründe für Migration sind, die es zu benennen und zu ändern gilt,
  • die Entfremdung von der Natur und das immer geringere Wissen über natürliche Kreisläufe,
  • die Gefahr der Entdemokratisierung und der Politikverdrossenheit,
  • den Einfluss von wirtschaftlichen Lobbyorganisationen oder Interessensverbänden.

Zentrales Anliegen ist ihm das Werben um neue Bündnispartner aus allen Teilen der Gesellschaft, um die ökologisch-soziale Transformation auch mehrheitsfähig werden zu lassen. Deshalb versteht er sich als Brückenbauer zwischen den verschiedensten Organisationen und führt Gespräche mit Vertretern umweltorientierter Unternehmen, mit Gewerkschaften, Kirchen und Bürgerinitiativen und der Politik. Die Bildung von Allianzen, die nicht auf den ersten Blick schon Verbündete sind, und eine offene Gesprächskultur sind ihm besonders wichtig.

Die aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammengesetzten Transformateure sind für ihn ein wichtiger Thinktank für das Überleben der Erde.

Irmi Seidl engagierte sich ab 1987 für mehrere Jahre in der neu gegründeten umweltökonomischen Studenteninitiative oikos an der Universität St. Gallen. Parallel dazu schrieb sie ihre Dissertation zur Frage, welche unternehmenskulturellen Bedingungen notwendig sind, damit ökologische Produktinnovationen entstehen können. In dieser Zeit ko-inititierte sie das Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften, das ein Verständnis einer ökologisch und sozial verträglichen Wirtschaftsweise aus Sicht von Frauen entwickelt.

Nach ihrem Wechsel an die Universität Zürich beschäftigte sie sich ab 1995 vor allem mit Biodiversitäts- und Naturschutzökonomie. Nachdem die Umweltpolitiken der 2000er Jahre, die auf Effizienz, nachhaltige Unternehmen und nachhaltigen Konsum setzten, nur unzureichende ökologische Resultate hervorbrachten, wandte sie sich Ende der 2000er Jahre dem Thema des Wirtschaftswachstums zu und gab 2010, zusammen mit Angelika Zahrnt, das Buch „Postwachstumsgesellschaft. Konzepte für die Zukunft“ heraus.

Silvia Liebrich kamen im Lauf ihres Wirtschaftsstudiums in den 1980er Jahren zunehmend mehr offene Fragen. So wurden etwa die Thesen des Club of Rome im Studium nicht behandelt. Dagegen war viel von einem Bankenwesen die Rede, das Jahr für Jahr gut 20 Prozent Rendite abwerfen sollte, ohne das erklärt wurde, wo und wie eine solche Wertschöpfung tatsächlich entstehen kann und welche negativen Folgen, etwa für Entwicklungsländer, damit verbunden sein können.

Nach ihrem Abschluss als Diplom-Ökonomin hängte sie ein Aufbaustudium Journalistik an. In den 1990er Jahren lernte sie den Journalismus von verschiedenen Seiten kennen. (dpa, Reuters, Südwestrundfunk (SWR) Schwäbisches Tagblatt, und Berliner Zeitung). Das Volontariat führte sie in der Nachwendezeit nach Berlin, in eine Umbruchzeit, in der sie über die gesellschaftlich-ökonomische Transformation der früheren DDR aus nächster Nähe berichten durfte. Weil sie auch an den Umbrüchen der Nach-Apartheidzeit interessiert war, ging sie 1998 für ein Praktikum nach Südafrika zu einer Tochter der Financial Times und beobachtete dort die soziale und gesellschaftliche Transformation des Landes. In der Zeitung musste innerhalb kürzester Zeit die zuvor rein weiße Belegschaft in eine Redaktion umgebaut werden, in der people of colours die Hälfte der Redakteurinnen und Redakteure stellten – ein schmerzhafter Prozess.

Zurück in Deutschland betreute sie als Redakteurin beim Handelsblatt ab 1999, mitten im New-Economy-Boom – die umfangreichen Finanzseiten. Nach ihrem Wechsel zur Süddeutschen Zeitung Anfang 2000 war sie dort ebenfalls für Börsen und Finanzen zuständig und erlebte dort journalistisch die Finanzkrise der Jahre 2007/2008. Im Laufe der Jahre kamen ihr immer mehr grundsätzliche Zweifel am globalen Finanzsystem.

Deshalb ergriff sie ab 2007 die Chance, sich im Wirtschaftsressort der SZ mit neuen Themen zu befassen, zunächst mit Rohstoffen und dann parallel immer mehr auch mit der Entwicklung der Landwirtschaft. In der Auseinandersetzung mit diesen Themenbereichen wurden ihr zunehmend die Grenzen des Systems des Ölzeitalters sowie der Agrarwirtschaft bewusst. Deshalb begann sie gegen Ende der 2000er Jahre aus kritischer Perspektive über diese Themen zu schreiben.

Mattias Kiefer engagierte sich nach einer sehr naturnahen Kindheit in der Oberpfalz ab Ende der 1980er in der kirchlichen Jugendverbandsarbeit, die ihn mit den Themen des „Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ bekannt machte und prägte. Im Studium der Philosophie und der Theologie und im Anschluss dann als Uni-Assistent waren politische Philosophie und Sozialethik mit einem speziellen Fokus auf die Umweltethik und Globalisierungsfragen einer seiner Schwerpunkte.

Seit 2007 ist er beruflich tätig als Umweltbeauftragter der Erzdiözese München-Freising und Leiter der Umwelt-Abteilung der dortigen diözesanen Verwaltung. Das Hauptaugenmerk der Abteilung liegt dabei auf der beständigen Verringerung des ökologischen Fußabdrucks des Erzbistums. Als Sprecher der diözesanen Umweltbeauftragten auf Landes- und Bundesebene, zu dem er bald gewählt wurde, war und ist es ihm darüber hinaus von Anfang an ein auch persönliches Anliegen, das biblische Verständnis von „Umkehr“ und „Wandlung“ sowie die kirchlichen Positionen zu einem „guten Leben für alle“ und der „Sorge für das gemeinsame Haus“ in inner- wie außerkirchliche Debatten einzubringen. Ein anderes Sprachspiel nennt dieses Anliegen die sozial-ökologische Transformation – darüber fachlich fundiert in’s gerne kontroverse, aber immer respektvolle Gespräch zu kommen, hat ihn zu den Transformateuren gebracht.

Dieter Janecek kam 1995 im tiefschwarzen Niederbayern zu den bayerischen Grünen. Die Begeisterung der Menschen für ökologische Politik an Wahlkampfinfoständen hielt sich im ländlich geprägten Landkreis Rottal-Inn der 1990er Jahre allerdings in engen Grenzen. Die teils sehr kontroversen Debatten, beispielsweise um 5 Mark für den Liter Benzin, härteten ihn gleichwohl für spätere Auseinandersetzungen ab, ließen aber auch früh die Erkenntnis reifen, dass ökologische Politik auch immer konkrete Angebote und greifbare Alternativen bieten muss.

Nach dem Abitur wechselte Janecek zum Studium nach München, wo er von 2001 bis 2003 Sprecher der Grünen Jugend München war. Nach dem Studienabschluss folgte ein Abstecher in die IT-Wirtschaft, bevor er 2003 unter Sepp Daxenberger in die Landesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen wechselte, ab 2006 als Geschäftsführer. Ab 2008 war Janecek schließlich – als Nachfolger des verstorbenen Sepp Daxenbergers – Vorsitzenden der bayerischen Grünen. Als Landesvorsitzender besuchte er eine sehr große Zahl von Unternehmen in ganz Bayern.

Als damaliger Anwohner der Landshuter Allee in Münchner erstritt Janecek im Juli 2008, zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe und dem Bund Naturschutz, vor dem Europäischen Gerichtshof das Recht auf saubere Luft.

Überzeugt, dass nur eine Wirtschaft, die ressourcenschonend und energieeffizient produziert, zukunfts- und wettbewerbsfähig ist, gab er im November 2010 den Anstoß dazu eine Gruppe zu gründen, die sich mit der anstehenden Transformation zur Nachhaltigkeit auseinandersetzt und diese aktiv fördert. Daraus entstand der Think Tank der Transformateure.

Gründungsphase

Die Gründungsphase der Transformateure begann im November 2010. Dieter Janecek initiierte die Bildung einer Gruppe. Martin Held übernahm als Studienleiter der Evangelischen Akademie Tutzing die Koordination der Vorbereitung der Gründung der Gruppe. Am 1. Juli 2011 wurden die Transformateure im Münchner Zukunftssalon gegründet.

Gründungsphase3

Dieter Janecek ergreift die Initiative

Im November 2010 initiierte Dieter Janecek, damals Landesvorsitzender der Grünen in Bayern die Bildung unserer Gruppe. Er hatte die Idee, dass sich eine Gruppe aktiv mit der anstehenden großen Transformation in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzt und dafür einsetzt. Eine Gruppe, die breit zusammengesetzt ist mit Menschen aus verschiedenen Bereichen, mit unterschiedlichen Perspektiven, Themenschwerpunkten und organisatorischen Verankerungen.

Ein Name wird gefunden

Am 9. März 2011 fand nach vielen weiteren Gesprächen in Tutzing und in München bei Mattias Kiefer ein Vortreffen mit Martin Held, Dieter Janecek, Mattias Kiefer, Jörg Schindler und Hubert Weiger statt. Am Ende des Treffens hatten wir den Namen für das Kind: Transformateure – Akteure der Großen Transformation. Es war bereits in diesem Vorbereitungstreffen klar: Die Gruppe der Transformateure startet im Bewusstsein des engen Zusammenhangs der ökologischen und der sozialen Dimension der Nachhaltigkeitstransformation.

Tutzinger Tagung zum WBGU Hauptgutachten zur großen Transformation

Am 7. und 8. April 2011 wurde das WBGU Hauptgutachten zur großen Transformation in einer Tutzinger Tagung erstmalig öffentlich präsentiert und in großem Rahmen debattiert (voller Saal mit über 200 Teilnehmenden).

Die Gründung im Münchner Zukunftssalon

Am 1. Juli 2011 war es dann im Münchner Zukunftssalon bei Manuel Schneider soweit: 12 Personen gründeten die Transformateure – Akteure der großen Transformation. Aus den Thesen, die wir als Ausgangsbasis der Transformateure diskutierten: „Wir erzählen die Geschichte der Großen Transformation, dem Übergang von der fossilen, nichtnachhaltigen Epoche zu einer postfossilen, nachhaltig-zukunftsverträglicheren Welt.“

Erste Phase,
Verständnis der großen Transformation

In der ersten Phase der Transformateure vom Sommer 2011 bis Anfang 2014 entwickelten wir ein gemeinsames Grundverständnis der anstehenden großen Transformation von der fossil geprägten Nichtnachhaltigkeit in Richtung einer postfossilen, nachhaltigeren Entwicklung

Phase1b

Grundsatzpapier

Am 8. Mai 2012 legten die Transformateure erstmals ihr Grundsatzpapier zur Großen Transformation vor. Dieses Papier war der Ausgangspunkt ihrer Aktivitäten. In Kürze wird darin das Verständnis der Notwendigkeit einer großen Transformation zur Nachhaltigkeit formuliert und die gerechte Gestaltung dieser Transformation als Ziel fundiert.

Eine Pressekonferenz der Transformateure

Am 8. Mai 2012 hielten die Transformateure im Münchner Zukunftssalon eine Pressekonferenz ab. Dabei wurde die Notwendigkeit und die aktive Förderung der Nachhaltigkeitstransformation zur Diskussion gestellt. Ebenso wurden Vorschläge zur Umsetzung am Beispiel der Verkehrswende und am Beispiel einer zukunftsgewandten Industriepolitik vorgestellt.

Tutzinger Transformations Tagung

Im November 2013 veranstalteten die Transformateure gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Tutzing, dem Umweltbundesamt und dem Denkwerk Zukunft die erste Tutzinger Transformations Tagung „Erfolgreiche Wege zur Großen Transformation“.

Erweiterung Transformateure

Anfang 2014 wurde die erste Phase durch die Erweiterung der Transformateure abgeschlossen. Andrea Fehrmann und Jürgen Wechsler von der IG Metall Bayern stoßen neu zu den Transformateuren dazu.

Phase 2,
Vertiefend sozial-ökologische Transformation

In der zweiten Phase der Transformateure (Anfang 2014 bis Ende 2017) wurde das, was uns von Anfang beschäftigt hat, nochmals verstärkt und vertieft: die ökologische und die soziale Seite der Nachhaltigkeitstransformation gehören zusammen.

Phase2b

Transformationslabs

Ab Sommer 2014 veranstalteten wir in München und Tutzing mehrere Transformationslabs. Unterschiedliche Gruppen von Menschen, denen daran gelegen ist, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, trafen sich in experimentellem Rahmen. Transformation braucht Freude am Neuen, daran, gemeinschaftlich neue Wege zu erproben. Das entwickelt sich in Transformationslabs. Unsere Tutzinger Transformationstagungen sind dazu komplementär zu den Labs dem Austausch gewidmet.

movum – Briefe zur Transformation

Ab Sommer 2014 waren die Transformateure Mitinitiatoren der Debattenzeitschrift zur anstehenden Nachhaltigkeitstransformation: movum – Briefe zur Transformation (später movum – Debatten zur Transformation). Hubert Weiger und Martin Held sind zusammen u.a. mit Michael Müller Mitherausgeber. Die Hefte enthalten jeweils eine Infografik zum Thema, das die Thematik in anderer Form veranschaulicht. Eine große Bandbreite von Themen von A wie Anthropozän bis W wie Wachstum bzw. Weltanschauung wurden seither in der Zeitschrift abgedeckt.

Wege zur Transformation: ökologische und soziale Frage zusammen angehen

Am 13. und 14. November 2015 folgten wir bei der Tutzinger Transformations Tagung „Wege zur Transformation“ unter dem Motto: „Eine ökologische und soziale Frage! Beides zusammen angehen!“ U.a. stellte Klaus Mertens zusammen mit Andrea Fehrmann und Richard Mergner das Leuchtturmprojekt Sozialökologische Industriepolitik vor, das in Kooperation von IG Metall Schweinfurt und der BN Kreisgruppe Schweinfurt gemeinsam initiiert und durchgeführt wurde. Diese ungewöhnliche Konstellation zeigte beispielhaft auf, welche Art von Zusammenarbeit und Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure in der sozial-ökologischen Transformation gefragt sind.

Wechsel bei der Klimaexpertise

Im Februar 2016 schied Gerhard Berz, Gründungsmitglied, aus dem Kreis der Transformateure aus. Er hatte seine Expertise zu Fragen des Klimawandels und des Klimaschutzes bei uns eingebracht. Ebenso war er ein Interface zwischen den Welten der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Politikberatung und der Welt der Unternehmen. Eberhard Faust, Forschungsleiter zu Klimagefahren und Naturrisiken bei der Munich Re folgte ihm als Mitglied nach. Ebenso wie Berz hat er u.a. bei den Berichten des IPSS mitgewirkt.

Phase 3,
beschleunigte Umbrüche

In der dritten Phase der Transformateure (ab 2018) mehren sich die Anzeichen für Umbrüche, beschleunigt sich die Klimaerwärmung, wächst das Gefühl für die Dringlichkeit des Umsteuerns. Die Corona-Pandemie wirft Sicherheiten über den Haufen. Es geht um Aufbrüche, nicht zurück.

Phase3c

Metalbewusstsein – nachhaltigerer Umgang mit Metallen

Vom 18. bis 21. Mai 2018 veranstalteten wir Transformateure eine ungewöhnliche Tiroler Spurensuche unter dem Titel Metallisierung. Vom Kupferbeil Ötzis zum Schwazer Bergbau – Perspektiven der Zukunft der Metallisierung. Daraus entstand das ungewöhnlich Buch Metalle auf der Bühne der Menschheit. Seither befassen sich die Transformateure mit dieser Herausforderung der Nachhaltigkeitstransformation, denn es gilt: Postfossil ist möglich und dringlich. Postmetallisch ist nicht möglich. Für die Energiewende ebenso wie für die Mobilitätswende und die digitale Transformation kommen damit große Aufgaben ins Spiel.

Personelle Veränderungen bei den Transformateuren

Im Jahr 2018 schied Jürgen Wechsler, langjähriger Vorsitzender der IG Metall Bayern bei den Transformateuren aus. Ihm folgte 2018 Johann Horn, der neue Vorsitzender der IG Metall Bayern nach. Ebenfalls 2018 kam Martin Geilhufe als neues Mitglied bei den Transformateuren dazu. Er ist der Landesgeschäftsführer des BUND Naturschutz in Bayern. Damit wird die Zusammenarbeit zwischen der Industriegewerkschaft Metall und der führenden Natur- und Umweltschutzorganisation in Bayern bei den Transformateuren noch weiter verstärkt. Adrian Ganz kam 2019 zu den Transformateuren. Als gelernter Informatiker und Coach bringt er mit seinem PolitikLabor nochmals eine andere Perspektive zu den Transformateuren ein.

Umbrüche & Dringlichkeit des Umsteuerns

Im Jahr 2019 mehrten sich die Anzeichen für beginnende Umbrüche. Heftiger werdende Klimademonstrationen, hinhaltend taktierende politische Entscheidungsträger, Gefühl der Dringlichkeit – es verdichteten sich die Anzeichen für sich zuspitzende Auseinandersetzungen um ein Weiter-so mit möglichst wenigen, langsamen Änderungen und ein entschiedenes, rasches Umsteuern. Die Kosten des Nichthandelns und des verzögerten, zu schwachen Handelns werden größer. Dieser Stimmungsumschwung war in der Tutzinger Transformations Tagung Du! Bist! Transformation! im November 2019 deutlich spürbar

Sozial-ökologische Transformation – Orientierung in Coronazeiten

Am 28. April 2020 legten die Transformateure das Papier Aufbruch – in eine lebenswerte Zukunft investieren vor. Darin wird knapp auf den Punkt gebracht, wie die sozial-ökologische Transformation als Leitlinie für Investitionsprogramme zur Bekämpfung der pandemiebedingten Wirtschafskrise dienen kann. Es geht um einen Aufbruch, nicht um ein zurück in die nichtnachhaltige Normalität. In unserem virtuellen Workshop am 19. Mai 2020 zum Thema Corona und was zu tun ist, vertieften wir den Austausch über die Wege und Perspektiven, die vor uns liegen (Zusammenfassung der Ergebnisse). Für den Klimaschutz ist ebenso wie für den Erhalt der Biodiversität grundlegend: die Kosten des Nichthandelns und des verzögerten Handelns können nicht nur im Gesundheitsschutz dramatisch sein.