Ulrich Grober (2022): Die Sprache der Zuversicht
Inspirationen und Impulse für eine bessere Welt. München: oekom

Eindrücke, Gedanken, Ideen
Martin Held, Leutasch 8. Januar 2023

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Ich habe das Buch Die Sprache der Zuversicht in unserem Jahresauftakturlaub in der Leutasch, Tirol gelesen. Für mich war es eine äußerst interessante und anregende Lektüre. Dem Buch sind viele Leser*innen zu wünschen.

Das Buch spricht mich persönlich stark an. Ein Beispiel ist das erste Kapitel mit Erlebnissen des Enkelkinds des Autors ebenso wie die Ausführungen zu Rachel Carson, zur Wildnis, zum Gehen und Wandern, zum guten Leben für alle und vieles mehr. Andere Leser*innen werden möglicherweise noch weitere Zugänge für Zuversicht persönlich für sich wichtiger finden und sich durch das Buch dazu anregen lassen, dies für sich persönlich zu entdecken.

Ich schreibe keine übliche Rezension, sondern gebe Eindrücke, Gedanken und durch das Buch angeregte Ideen wieder. Das Buch enthält sehr viele Impulse. Ich gehe nur auf einige wenige ausgewählte Passagen ein. Meine Auswahl hat damit zu tun, dass Ulrich Grober und ich seit 1994 befreundet sind und seither in intensivem Austausch in persönlichen Begegnungen sind.

Zum Autor: Ulrich Grober ist Publizist und Buchautor. Sein Standardwerk ist die Entdeckung der Nachhaltigkeit und er hat auch Bücher wie Die Kunst des Wanderns publiziert. Bei oekom ist Der lange Atem der Zukunft erschienen.

Gesamteindruck

Das Buch hat eine klare und gut nachvollziehbare Grundbotschaft: „Zuversicht ist wichtig gerade in diesen Zeiten der multiplen Krise“.  Dazu werden die beiden dem Buch zugrunde liegenden Setzungen benannt und daraus Fragen abgeleitet, die das Buch durchziehen (S. 9).

Bereits in der Überschrift „Sprache der Zuversicht“ wird signalisiert, dass Ulrich Grober nicht ganz allgemein Zuversicht behandelt, sondern der Zugang des Buchs die Sprache der Zuversicht ist. Dieser Zugang wird im Buch sehr gut eingelöst und durchgängig umgesetzt.

Durch den Untertitel „Inspirationen und Impulse für eine bessere Welt“ wird zugleich die Zielrichtung verdeutlicht, dass es nicht ganz allgemein um Zuversicht geht, sondern das Buch ausgehend von den derzeitigen multiplen Krisen eine Überwindung der zugrundeliegenden Probleme in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung avisiert.

Die gewählten Beispiele sind eine gut nachvollziehbare Mischung von Zugängen zur Thematik. Diese Mischung ist stark biografisch geprägt. Dieser biografische Zugang wird kombiniert mit zeitgeschichtlichen und historisch älteren Beispielen.

Eindrücke, Anregungen, Ideen

Der Prolog „Annäherungen“ macht den Punkt stark, dass ein rein negativer Kampf gegen Nichtnachhaltigkeit nicht ausreicht, sondern das Wofür wesentlich ist: „Erfolgreich kämpfst du nur für etwas, nicht bloß gegen etwas.“ (S. 10). Im Buch wird nicht einfach eine fröhlich-harmonische Stimmung verbreitet, sondern Realismus in den Krisenzeiten eingefordert (S. 11; auch S. 126). Das macht den Zugang des Buchs aus meiner Sicht belastbar.

Für wesentlich halte ich persönlich die Vorstellung, die „Balance zwischen den beiden Stimmungen und Gefühlslagen zu finden und zu halten.“ (S. 29) Dies entspricht nicht nur den derzeit vorherrschenden Stimmungslagen, sondern auch den multiplen Krisen, die der Ausgangspunkt des Buchs sind.

„Das Grundvertrauen in die Güte der Schöpfung, glaube ich, ist eine nicht versiegende Quelle der Zuversicht.“ (S. 39) Diese Passage ist ein Beispiel dafür, dass die Zugänge der Leser*innen zur Thematik sehr unterschiedlich sein dürften. Für manche ist das Vertrauen in die Güte der Schöpfung wohl eine starke Quelle der Zuversicht, für andere dagegen eher nicht. Sie haben andere Quellen. Es könnte von Vorteil sein, diesen Aspekt der unterschiedlichen Quellen der Zuversicht noch zu vertiefen.

Damit ist die Frage verbunden, ob alle Arten von Zuversicht gleichrangig sind oder eine bestimmte Vorstellung „einer besseren Welt“ stark gemacht werden soll. Gelegentlich kommt Ulrich Grober dem nahe, wenn er bestimmte Perspektiven kritisiert. An anderen Stellen ist er eher beschreibend und erzählend, was es für verschiedene Perspektiven gibt. Die Passagen zur Digitalisierung sind dafür ein Beispiel. Für seine Zielrichtung Impulse zu geben, empfinde ich die Vielfalt als vorteilhaft.

Das erste Kapitel „Millas >da<“ ist mir persönlich als Opa nahe. Die ersten Worte eines Babys sind immer anrührend. Da-sein als erstes Wort der Enkelin von Ulrich ist äußerst passend als Zugang der Quellen von Zuversicht. Der dreimonatige Fußabdruck von Mila begleitet die Leser*innen durch das Buch.

Im zweiten Kapitel „Passwort WOW. Zugänge zum magischen Moment“ findet sich eine Erzählung zu solitude (S. 44). Ein entsprechendes Erlebnis hatte ich bei einer Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing mit jungen Großstädtern bei einer Exkursion in den Bernrieder Park mit Sepp Heringer (damals Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, Laufen): die Verwandlung bei einem anrührenden Fleck Wildnis vor der Haustür.

Im Kapitel Drei „Ikone Erde. Die Gaia-Perspektive“ findet sich ein gutes Beispiel dafür, dass Ulrich Grober vielfach immanent eine Perspektive erzählt, ohne diese näher zu kommentieren oder kritisch einzuordnen (S. 50): moonshot thinking, breakthrough-Technologien, full immersion technologies. Das „selbstfahrende Auto“ wird hier zutreffend als Beispiel einer derartigen Perspektive genannt. Ulrich Grober diskutiert nicht, dass das seiner Vorstellung einer belastbar nachhaltigen Welt diametral entgegensteht, davon abgesehen, dass das Konzept des selbst fahrenden Autos in unkontrollierten Settings in sich nicht stimmig ist.

Interessant ist, dass Ulrich Grober Kennedys berühmte Rede zum Programm der Mondfahrt zunächst sehr positiv schildert. Erst zum Abschluss deutet er leise die Frage der Sinnhaftigkeit des bemannten Flugs zum Mond an (S. 53). Stilistisch balanciert er die bewundernde Darstellung der Rede Kennedys durch die Gegenrede von Rachel Carson aus, die ebenfalls im Sommer 1962 gehalten wurde. Beide Reden und die damit verbundenen Perspektiven waren in der Tat wirkmächtig, wenn auch die Linie von Kennedy in der Politik mächtiger war.

Ulrich Grober übernimmt in der Passage zum moonshot thinking unkommentiert die gängige Vorstellung vom „Griff nach den Sternen“ (S. 52). Tatsächlich ist der Mond kein Stern und auch der Mars nicht. Ansonsten wäre der Versuch einer Landung angesichts der hohen Temperaturen purer Selbstmord. Und auch die Entfernungen wären nicht zuträglich für die Spanne menschlichen Lebens. Das heißt: Das Programm der Weltraumfahrt wird mit heroischen Worten gekennzeichnet und propagiert – es ist jedoch ein tiefes Missverständnis, was darin seinen Ausdruck findet. Es sind nur die allernächsten Himmelskörper, die in Reichweite der Menschheit sind. An späterer Stelle findet sich eine Formulierung eines Astronauten, der gar die Erde als Stern bezeichnet.

Damit ist eine weitere Pointe verbunden: Bei der Weltraumforschung wird verzweifelt nach Argumenten gesucht, warum die bemenschte (bemannte) Weltraumfahrt so wichtig ist. Auf der Erde werden Unsummen dafür ausgegeben, den Menschen in unkontrollierten öffentlichen Räumen für Ortsveränderungen überflüssig zu machen.

Bei der Rede von Rachel Carson findet sich eine Begrifflichkeit, die weiterführend ist: Die „unermesslichen Zyklen der Erde im Strom der Zeit“ […] „liefen ohne Hast und gleichgültig gegenüber den fieberhaften Aktivitäten der Menschen ab.“ (S. 55) Dieses gleichgültig ist grundlegend und hat es in sich: Tatsächlich können bestimmte Spezies den Gang der geologischen Entwicklungen beeinflussen. So führte wirkte etwa die Entwicklung des Lebens mit der Entstehung der Photosynthese in geologischen Zeitskalen auf die Erdatmosphäre zurück und schuf damit die Voraussetzung für die weiteren Entwicklungen in der Evolution des Lebens (Sauerstoffatmung etc.). Ebenso kann eine Spezies wie der Mensch (nach Eigencharakterisierung homo sapiens) Wirkungen haben, die auf die großskaligen Zyklen einwirken. Der klassische Aufsatz zum Thema: Are Humans Now Overwhelming the Great Forces of Nature? (Steffen et al. 2007).

Spannend finde ich die Passage (S. 74) „Technikgläubigkeit ist irrational, Naturfrömmigkeit ist rational.“ Das widerspricht nicht nur der heute vorherrschenden Konzeptualisierung von Rationalität, sondern diese Vorstellung wird für Leser*innen, die ihre Quellen der Zuversicht gerade in der Entwicklung von Technologien sehen, nicht so ohne weiteres nachvollziehbar sein. Und Leser*innen, die die frühere Formulierung vom Vertrauen in die Güte der Schöpfung persönlich bejahen, werden an dieser Stelle evtl. ebenfalls nicht so ohne weiteres mitgehen.

Ulrich Grober verwendet im vierten Kapitel „Nachhaltigkeit“ den Begriff Baumleichnam und etwas später den Begriff Totholz (S. 78). Dies sind übliche Kennzeichnungen. Tatsächlich handelt es sich um Lebendholz: Es ist Holz, das vielfältig Leben spendet. Der Zugang über die Sprache würde sich anbieten, eine derartige Weiterführung zu ergänzen. An anderer Stelle geht er ja überzeugend auf Beispiele von neuen Wortschöpfungen und Weiterentwicklungen der Sprache ein.

Interessant finde ich Stellen, an denen Ulrich Grober nicht nur bestimmte Perspektiven und Zugänge zur Zufriedenheit beschreibt, sondern diese auch einordnet und kritisch reflektiert. Ein überzeugendes Beispiel ist für mich die Passage zur starken Tendenz, „nur noch über das Klima zu reden statt über Nachhaltigkeit.“ (S. 82)

Berührend ist die Passage zur Generationengerechtigkeit: „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.“ (S. 87) Ich habe dazu am 18. April 1996 ein ergänzendes Gebot der nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung formuliert. Ausgangspunkt ist das vierte Gebot „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir’s wohlergehe und du lange lebest auf Erden.“ Es ist das einzige der 10 Gebote, dem eine Begründung mitgegeben wurde. Und es ist das Gebot, das in der Rezeption absichtsvoll umgedeutet wurde: als Gebot der Gehorsamspflicht der Kinder gegenüber ihren Eltern bzw. ausgedehnt gegenüber „Autoritäten“ aller Art. Tatsächlich war es, wie die Begründung besagt, ein Gebot eines Generationenvertrags in einer Zeit, in der es keine allgemeine Krankenversicherung gab. Ich habe im Anschluss daran das Gebot des sozialen und ökologischen Generationenvertrags formuliert: „Achtet die Kinder und Kindeskinder, auf dass es euch wohlergehe, das Leben lange währet auf Erden und sich die Vielfalt des Lebens weiterentwickle.“

Das Kapitel 4 „Bange machen gilt nicht! Anatomie der Furchtlosigkeit“ ist sehr stark. Ulrich Grober geht darin die stark verbreitete Endzeitstimmung direkt an. Sowohl Furchtlosigkeit als starker Begriff als auch „Bange machen gilt nicht“ sind gut gewählt. Von Carl Friedrich von Weizsäcker gibt es anregende Gedanken zum Umgang mit ernsthaften Gefahren und wie wichtig es ist, diese ernst zu nehmen in Unterscheidung von Angst und Furcht, die lähmt und lähmen kann.

Sense of wonder zieht sich durch das ganze Buch mit vielfältigen Beispielen. Mich spricht dabei insbesondere auch die Erwähnung von Brechts „Mutter Courage“ (S. 101) an. Ebenso empfinde ich persönlich die Passagen zu „Fürchte dich nicht“ (S. 105) als sehr stark.

Die Passagen zur Pandemie (S. 106ff.) sind ansprechend. Sie sind durch Fang Fangs Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt inspiriert und damit ein Beispiel für die im Buch herausgearbeitete Bedeutung von Empathie. Die Einbettung der aktuellen Pandemie verursacht durch Varianten des Coronavirus in den One Health Ansatz ist ein Beispiel für Ulrich Grobers Herangehen, ausgewählte Beispiele in die größeren Zusammenhänge einzubetten.

Das Sprachbild „Tunnelblick“ (S. 109) ist anregend. Es kann vorteilhaft sein, in bestimmten Momenten sich voll auf eine bestimmte Perspektive zu konzentrieren. In anderen Momenten kommt es dagegen darauf an, die Frage nach dem angemessenen Framing zu stellen und was es bedeutet, ein bestimmtes Framing zu verwenden und damit wichtige Punkte außerhalb des Rahmens (frame) zu stellen.

Kapitel 6 „Eine andere Welt ist möglich. Einspruch gegen die Alternativlosigkeit“ empfinde ich als ebenso stark. Die Einordnung der von Joseph Schumpeter in den 1930er Jahren geprägten Begrifflichkeit der schöpferischen Zerstörung als Vorläufer der modisch gebrauchten Formel von disruptive change (S. 131) würde ich jedoch persönlich nicht folgen. Die heutige Formel entspricht aus meiner Sicht eher dem Stil von Orwells new speak der Verdrehung von Werten und Sprache und einer damit einhergehenden Vernebelung der tatsächlichen Entwicklungen.

Dagegen empfinde ich die Ausführungen zur Bildung eines Gegenpols zur Welt der Davos-Treffen anregend. Grenzwertig ist darin nur, John Lennons und Yoko Onos Song Imagine damit direkt zu verknüpfen. Zu reich und zu abgehoben waren die beiden damals bereits (S. 140-142).

Der Zugang im Kapitel Sieben „Draußen zu Hause. Die Idee von friluftsliv“ ist mir persönlich sehr nahe. Ausgehend von seiner persönlichen Prägung geht Ulrich Grober auf unterschiedlichste Quellen – wie etwa Goethes Gedicht Einsamste Wildnis – ein und stellt dann das in Norwegen entwickelte und zwischenzeitlich in ganz Skandinavien verbreitete Konzept friluftsliv vor und entfaltet dessen Potenzial.

Das achte Kapitel „Weniger ist mehr. Lob des Minimalismus“ zielt in Richtung Balance von zu viel und zu wenig mit der Frage des Genug. Sein persönliches Beispiel dazu ist passend: „Denn je weniger du mit dir schleppst, desto mehr kommt unterwegs auf dich zu. Mit leichtem Gepäck – das ist meine Art, zu wandern.“ (S. 183) Das führt zu Fragen: „Was brauche ich wirklich? Wo liegt für mich persönlich die Grenze der Tragfähigkeit?“ (S. 184) Es würde sich anbieten, im Anschluss daran das Konzept der carrying capacity, der Tragfähigkeit der Erde entsprechend auszuformulieren.

Ulrich Grober verwendet in diesem Kapitel in einer späteren Passage den Begriff des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit als Maß der Erdüberlastung (S. 199). Dies entspricht dem gängigen Konzept. Der Zugang von ihm über die Sprache legt nahe, dieses Konzept samt dem dazu gehörigen Konzept des ökologischen Rucksacks zu hinterfragen: Zuvor führt Grober die Leichtigkeit des Wanderns mit nicht zu viel Ballast sehr schön aus. In diesem Verständnis liegt es nahe, das Zufußgehen nur mit Rucksack, den man selbst noch tragen kann, positiv zu werten – dies passend zu Millas Fußabdruck, der jeweils zu Beginn der Kapitel abgedruckt ist. Die gängigen Vorstellungen des ökologischen Fußabdrucks und des ökologischen Rucksacks werten dagegen den Fußabdruck und den Rucksack und damit das Wandern und Gehen ab. Ein Reframing liegt nahe. Zum Abschluss kommt Ulrich dem nahe (S. 240), ohne aber das ausdrücklich als Beispiel für eine Weiterentwicklung von Begriffen und Konzepten der ökologischen Szene stark zu machen.

Zu weniger ist mehr führt Ulrich Grober gut nachvollziehbar Grenzen ein: „Grenzen wäre in diesem Kontext ein Schlüsselwort.“ (S. 200) Im Deutschen steht das Wort für unterschiedliche Bedeutungen, für die es im Englischen unterschiedliche Begriffe gibt: limit, border, boundary, frontier.

Das neunte Kapitel „Das gute Leben für alle. Eine Visionssuche“ startet mit den Begriffen der Lebensqualität (S. 208) und konvivial (S. 210). In diesem Kapitel sind die gesellschaftlichen Zusammenhänge und die sozialen Bezüge noch stärker im Blick als zuvor. Empathie stellt Ulrich Grober als Beispiel dafür vor, wie sich ein vergleichsweise junges Wort – vom Beginn des 20. Jahrhunderts – verbreiten und wirksam werden kann (S. 216ff.). Er stellt dies in den Kontext mit Quellen aus anderen Kulturen (S. 221ff.). Kurt Goldsteins Arbeiten zur Selbstverwirklichung sind ein Beispiel, wie in extrem schwierigen Zeiten und hohem äußeren Druck – Dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts und Exil – positive Quellen für Zuversicht erarbeitet wurden (S. 227ff.).

Interessant ist, dass er gerade Karl Marx als Beispiel anführt, dass das „Reich der Freiheit“ […] „jenseits des Stoffwechsel[s] mit der Natur“ und damit den materiellen Grundlagen beginnt (S. 232). Ist Marx doch gerade derjenige unter den Ökonomen der Klassik, der die Produktion und die Bedeutung der materiellen Grundlagen des Wirtschaftens ins Zentrum stellt.

Im Epilog „Tools der Zuversicht“ fokussiert Ulrich Grober nochmals auf seinen spezifischen Zugang zur Thematik Zuversicht für eine andere und bessere Welt, die Sprache der Zuversicht zurück. Dabei führt er in Kürze einen weiteren grundlegenden Zugang ein: „Handeln kommt von Hand“ (S. 239). Damit tönt er die Bedeutung des Handanlegens und dem handwerklichen Tun als eine wesentliche Quelle der Zuversicht für viele Menschen an.

Nachgedanken

Das Buch bietet eine interessante Mischung von Zugängen der Sprache der Zuversicht für eine Umorientierung in Richtung einer großen Transformation zur Nachhaltigkeit an. Dies kann den Impuls geben, weitere Zugänge zu sammeln und zu verbreiten, die für viele Menschen ebenso von Bedeutung sind. Dies kann, wie abschließend angemerkt, beispielsweise die Freude am eigenen handwerklichen Tun sein. Dies könnte der Zugang über Caring für andere Menschen sein, früher bekannt unter tätige Nächstenliebe ebenso wie Zugänge über Kunst und Musik. Die Quellen der Zuversicht können vielfältig sein.

Gespannt bin ich darauf, wie die Rezeption des Buchs sein wird: Welche Passagen rufen kritische Reaktionen hervor? Wen spricht das Buch mit welchen Passagen und Zugängen besonders an?