Hohe Ehre für den Transformateur Martin Held am 12.Mai
Im Ortsmuseum Tutzing überreichte am 12.Mai Umweltminister Thorsten Glauber das Bundesverdienstkreuz an Martin Held für seine zahlreichen Verdienste im Bereich der Sozialökologischen Transformation.
Die Laudation von Umweltminister Thorsten Glauber
Mit Ihnen ehren wir heute einen Vordenker für Umwelt- und Klimaschutz. Und einen Transformationsgestalter, der die Menschen sozial verträglich und gerecht in ein Zeitalter der Nachhaltigkeit führen will. Sie haben Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert und anschließend promoviert. Ihr beruflicher Weg führte Sie über die Stadt Augsburg und die Universität Essen zur Evangelischen Akademie Tutzing.
Dort haben Sie von 1984 an für über 30 Jahre Ihre berufliche Heimat gefunden! Zunächst als Studienleiter für „Wirtschaft“, ab 1997 für „Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung“. Eine beeindruckend lange Zeit bei einer der bedeutendsten Denkwerkstätten in Deutschland. Aber damit nicht genug.
Seit dem Eintritt in den Ruhestand 2015 arbeiten Sie als freier Mitarbeiter weiter für die Akademie!
Insgesamt engagieren Sie sich mittlerweile seit über vier Jahrzehnten in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Umweltpolitik sowie Zeit- und Wirtschaftsethik. Zu Ihren besonderen Verdiensten zählt es, zukunftsweisende Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen wissenschaftlich,
bildungspolitisch und gesellschaftlich zu vermitteln!
Sie haben mehr als 400 Tagungen, Symposien und Projekte angestoßen oder maßgeblich geprägt. Die Themen reichen von Zeitökologie
und institutioneller Nachhaltigkeit über postfossile Mobilität bis hin zur öko-sozialen Transformation. Zu Ihren bekanntesten Initiativen zählt die Tutzinger Erklärung zur umweltorientierten Unternehmenspolitik aus dem Jahr 1988. Auch bei etlichen Aktivitäten zum Schutz unserer Böden und zur Mobilität von morgen hatten Sie eine führende Rolle inne.
Von 1992 bis 1994 waren Sie Mitglied der Bundestags-Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“.
Charakteristikum Ihrer Arbeit war immer, gesellschaftlich relevante Themen auszuwählen, frühzeitig Probleme wahrzunehmen
und gezielt nachhaltige Netzwerke aufzubauen. So haben Ihre Tagungen einst wichtige Gespräche über die geplante Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf ermöglicht.
Eine besondere Bedeutung hatten auch Ihre Kooperationen mit japanischen Umweltinitiativen, vor allem nach der Reaktorkatastrophe
von Fukushima.
All dem fügen Sie erstklassige persönliche Qualitäten hinzu, wie etwa Ihre klare Zielordnung, Ihre Fähigkeit zum Perspektivwechsel sowie Ihr hohes Maß an Intelligenz und Empathie.
Lieber Herr Dr. Held, unser Land kann dankbar für jemanden wie Sie sein! Für einen Pionier einer neuen Wirtschaftsordnung, die ökologische und soziale Gerechtigkeit verbindet. Mit Ihrem Engagement füllen Sie das Prinzip „Global denken – lokal handeln“ wunderbar mit Leben. Das hat auch Ihre
Ausstellung genau hier im Ortsmuseum eindrucksvoll gezeigt.
Ihr Lebenswerk ist wegweisend! Heute erfährt es eine weitere, ganz besondere Anerkennung.
Es ist mir eine große Ehre und Freude, Ihnen das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland zu überreichen.
Meinen herzlichen Glückwunsch!
